Donnerstag, 8. September 2022

Vorurteil und Stolz

ein Film von Eva Beling

SE/IS/FI 2021, 100 Min., schwedische OF mit deutschen UT

Vorurteil und Stolz

ein Film von Eva Beling

Eine sagenhafte Reise durch die queere Filmgeschichte Schwedens

Der schwedische Stummfilm „Ikarus“ (1916) von Mauritz Stiller erzählt andeutungsreich von der Liebe zwischen einem schwulen Bildhauer und seinem Model – und gilt als eines der ersten Zeugnisse des queeren Kinos überhaupt. Stiller entdeckte auch Greta Garbo, die im Hollywood der 1920er und 30er Jahre mit Crossdressing und sexuell ambigen Figuren zum ersten queeren Leinwandstar wurde. In den Filmen des Meisterregisseurs Ingmar Bergman finden sich vor allem Beispiele von unterdrückter lesbischer und schwuler Sexualität. Vilgot Sjöman hingegen zeigte in seinem Film „Tabu“ (1977) eine ganze Palette nicht-heterosexuelle Spielarten – und sogar eine Pride-Parade.

Eva Beling hat sich in den schwedischen Filmarchiven auf die Suche nach queeren Geschichten, Figuren und Momenten gemacht – und eine ganze Schatztruhe geborgen, mit der sie die Entwicklung von den Anfängen bis zu Filmen wie „Something Must Break“ (2014) und „Als wir tanzten“ (2019) nachzeichnet. Ihr spektakuläres Archivmaterial ergänzt sie durch Interviews mit Darsteller:innen wie Harriet Andersson und Liv Ullmann, Regisseur:innen wie Marie-Louise Ekman und Levan Akin sowie mit Queer- und Filmwissenschaftler:innen. Belings rebellische Neulektüre einer ganzen nationalen Kinematographie im Dienste der queeren Sichtbarkeit setzt ein fantastisches Beispiel: Jedes Land sollte seinen eigenen „Vorurteil und Stolz“ haben!

Biografie

EVA BELING (Buch & Regie) ist eine schwedisch-amerikanische Regisseurin und Produzentin. Sie hat in Miami, Los Angeles, Stockholm und New York an erfolgreichen TV-Programmen gearbeitet. Zu ihren Fernsehfilmen zählen unter anderem „The Women and Bergman“ (2007) und „The Men and Bergman“ (2008), in denen prominente schwedische Schauspieler:innen über ihre Arbeit mit Bergman berichten. „Vorurteil und Stolz“ ist ihr erster Langfilm und beleuchtet das bislang unbekannte und vergessene queere Kino Schwedens. Seine europäische Premiere feierte der Film bei den 63. Nordischen Filmtagen in Lübeck; die nordische Premiere feierte der Film beim Göteborg Film Festival.

Credits

Crew

Buch & Regie

Eva Beling

Kamera

Niklas Nyberg

Schnitt

Jonatan Kaye, Patrik Forsell

Musik

Matti Bye, José González, Mats Olsson

Sounddesign

Per-Henrik Mähenpää

Grafikdesign

Marcus Kristiansson

Ausführende Produzentin

Agneta J Bergenstråhle

Produktionskoordinatorin

Annette Negussie

eine Produktion der Beling Films Production
in Zusammenarbeit mit SVT, Film i Väst und Film Stockholm, The Swedish Film Institute, The Swedish Arts Grants Committee und Shoot&Post

Presse